Verkehr entschleunigen - Suche nach Lösungen

Veröffentlicht am 12.09.2019 in Fraktion

Winnweiler: Wie lässt sich die Verkehrssituation im Ortskern, aber auch auf weiteren Straßen in und um Winnweiler verbessern? Damit beschäftigt sich die SPD-Fraktion. Eine verkehrsfreie Fußgängerzone soll es aber nicht geben.

 

Es ist ein normaler Wochentag. Nachmittag. Auto für Auto rollt durch den Ortskern. Dass am Eingang der Schlossstraße ein Schild darauf hinweist, dass es sich hier um eine Spielstraße handelt, scheinen die wenigsten zu beachten. „Keiner fährt hier Schrittgeschwindigkeit“, sagt Rudolf Franzmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Ortsgemeinderat. Und schiebt dann nach: „Die Situation ist unangenehm und schwierig. Für Kinder, aber auch für Erwachsene, die über die Straße wollen.“

Franzmann kann sich noch daran erinnern, wie es früher war, wie hier – noch ohne Umgehungsstraße – der komplette Verkehr durchgerollt war. „Da mit dem Kinderwagen durch – das war eine Katastrophe.“ Peter Schulz, der ehemalige Bürgermeister der Verbandsgemeinde, ergänzt: „Als das alles geplant wurde, war das theoretisch wunderbar. Ein verkehrsberuhigter Bereich, in dem jeder die gleichen Rechte hat und jeder auf den anderen achten soll. Nur leider hält sich da heute niemand dran.“

Den Ort „lebenswerter machen“

Genau deswegen habe man sich mehrmals innerhalb der Fraktion getroffen und sich Gedanken gemacht. Der Wunsch: Ein Arbeitskreis soll gebildet werden. Der soll sich nicht nur mit der Verkehrssituation im Ortskern, sondern auch mit weiteren Themen befassen: Der Einrichtung von weiteren Tempo-30-Zonen, Querungshilfen an strak frequentierten Bereichen, sogenannte Tempohemmschwellen aufbringen, eine Reduzierung auf 70 Stundenkilometer an der Zufahrt von Lohnsfeld in das Gewerbegebiet Winnweiler, eine weitere Temporeduzierung im Bereich der Schulstraße, das Radfahren attraktiver machen, indem unter anderem Schutzstreifen an den Straßen ausgewiesen werden, oder eine verbesserte Überwachung der Richtwerte.

Um eines geht es nicht, wie Ratsmitglied Jürgen Spieß betont: Den Verkehr komplett aus dem Ortszentrum raushalten. Diesbezüglich habe man auch schon ein Gespräch mit Gunter Franck, dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, geführt. „Unser Ziel ist es, das Örtchen, in dem wir leben, noch lebenswerter zu machen“, betont Spieß. Das gelte speziell auch für den Einzelhandel: „Jeder Leerstand, den wir sehen, tut weh. Wir wollen nicht, dass der Ort ausblutet.“ Dafür aber eine vernünftige Verkehrssituation im Ort. „Fußgänger müssen manchmal rennen, dass sie über die Straße kommen“, erzählt Peter Schulz. Zumal der Verkehr durch den Ort wieder zugenommen habe. „Es ist der kürzeste Weg zu den Einkaufsmärkten, auch zu den Schulen“, sagt Franzmann.

Heute Thema im Rat

Einzelvorschläge habe man sich einige überlegt. Beispielsweise auch eine Querungshilfe im Bereich der Kreuzung am Hotel Bischoff. Dort überqueren viele Schüler die Straße. Oder der Bereich Schulstraße: Tempo 30 werde dort im unteren Bereich selten eingehalten. Für Schüler sei das gefährlich. Der Fahrradweg nach Imsbach sei zwar wunderbar. Doch in Winnweiler sei die Situation schwierig. Eine für die SPD-Fraktion denkbare Variante: Auf der Straße Richtung Imsbach rechts ein markierter Fahrstreifen für Radfahrer bis zum Radweg. Von dem Streifen zum Radweg am Ortsausgang eine Markierung als Querungshilfe aufbringen. Die eingezeichneten Parkplätze auf der rechten Seite sollten entfallen und gegebenenfalls durch zwei weitere auf der gegenüberliegenden Straßenseite ersetzt werden. Von Imsbach kommend sollte das Radfahren für Kinder auf dem breiten Bürgersteig erlaubt werden.

Vorschläge wohlgemerkt. Ziel ist es, über die Verkehrssituation in und um Winnweiler in einem Arbeitskreis zu reden. Im Ortsgemeinderat hat man sich bereits darauf verständigt, dass über eine öffentliche Bekanntmachung abgefragt werden sollte, ob und wie viele Bürger daran interessiert sind, in einem „Arbeitskreis Verkehrsberuhigung“ mitzuarbeiten. Laut Ortsbürgermeister Rudolf Jacob (CDU) haben sich um die 14 Personen gemeldet. Darunter seien auch Ratsmitglieder. Am heutigen Dienstag, 20 Uhr, wird sich der Ortsgemeinderat in einer Sitzung damit befassen, ob ein Arbeitskreis Verkehr gegründet wird. Dabei werde es auch um die Frage gehen, ob neben Bürgern nicht generell Ratsmitglieder daran teilnehmen können, so Jacob.

Poller sollen bleiben.

Wie Björn Fischer, Beigeordneter der Verbandsgemeinde Winnweiler, sagt, sollen in Gesprächen mit Behörden, Verkehrswacht, dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club, Eltern und Schulen Vorschläge erarbeitet werden. „Als Rat selbst können wir nur Empfehlungen und Wünsche aussprechen“, weiß Franzmann. Entscheiden müssten dann die zuständigen Behörden – von der VG über den Landesbetrieb Mobilität bis hin zur Polizei.

Wohl auch ein Thema werden dann die blauen Poller im Ortskern sein. Geht es nach der SPD-Fraktion, sollen die bestehen bleiben. „Ich finde, sie sind wichtig, bieten den Fußgängern Schutz. Ohne diese würde meiner Ansicht nach noch schneller gefahren werden“, sagt Fischer.

 

 

Quelle:

Die Rheinpfalz Donnersberger Rundschau - Nr. 210, Seite 15

Dienstag, den 10. September 2019

Autor: Sebastian Stollhof

 

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